Das Haselhuhn (Tetrastes bonasia) - heimlich, vergessen und verschollen

Vortrag von Wolfgang Scherzinger im Vortragssaal (Erdgeschoß)

Von den drei heimischen Waldhühner-Arten (Tribus Tetraonini) sind das quirlige Birkhuhn (mit seinem Kullern, Zischen und Springen) und der massige Auerhahn (mit seinem prächtigen Schwanzfächer) wohl die bekanntesten Vertreter, während das zierlichere Haselhuhn (unauffällig und versteckt in Gebüsch und Jungwald) heute nur noch den wenigsten bekannt sein dürfte. Dabei war das kleine Raufußhuhn (benannt nach seinem schmackhaften Fleisch = bonasa), einst sehr geschätzt bei Hofe, weshalb es noch im 19. Jhdt. in großer Stückzahl mit Schlingen gefangen oder mit speziellen Pfeifchen zur Jagd herangelockt worden war.

Selbst in Fachkreisen scheint der versteckt lebende Waldbewohner in Vergessenheit geraten zu sein, denn sein großflächiges Verschwinden wurde weitgehend übersehen. In Deutschland gilt sein Vorkommen z. B. außerhalb der Alpen und der Mittelgebirge als erloschen (Rheinland, Schwarzwald, Reichswald, Fichtelgebirge, Harz usw.). Für Österreich sind zwar Vorkommen noch für alle Bundesländer gemeldet, doch fehlen aktuelle Bestandsansgaben, die über sehr grobe Schätzungen hinausgehen. Dessen ungeachtet gibt es Jagdzeiten für Haselhühner in mehreren Bundesländern.

Gemeinsam mit dem Kragenhuhn (Nordamerika) und dem China-Haselhuhn (Zentral-China) repräsentiert das Haselhuhn (Eurasien) die Urformen aller heutigen Raufußhühner. Der Vortrag will sowohl die wenig bekannte Lebensweise, das reiche Stimminventar und die besondere Raum-Intelligenz dieses faszinierenden Waldvogels vorstellen, als auch die Möglichkeiten zur Bestanderhebung im Freiland an Beispielen aus der faunistischen Praxis aufzeigen.

 

 

Februar 2026
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