Gefährdung

Die Intensivierung der Landwirtschaft v. a. während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die damit eingehenden Veränderungen der Landschaft haben den Segelfalter im Salzburger Becken und im Alpenvorland offensichtlich erfolgreich verdrängt. Strukturenreiche Übergangsbereiche und Hecken sind größtenteils verschwunden, die noch existierenden Bereiche sind oft zu kleinflächig, um den hohen Flächenanspruch des Segelfalters (vgl. Settele & Reinhardt 1999) gerecht zu werden, der Habitatverbund ist verloren gegangen. Weitere, in Frage kommende Flächen werden meistens nicht mehr bewirtschaftet und wachsen zu, oft werden sie auch aktiv aufgeforstet. Interessanterweise korrelieren die letzten Fundmeldungen des Segelfalters aus dem Salzburger Alpenvorlands (22.05.1960, Wallerseegebiet, Mairhuber) recht gut mit den letzten Beobachtungen aus dem benachbarten niederbayerischen Inntal nahe Braunau (31.05.1962, Egglfing/Inndamm, Reichholf 2005); Reichholf (2005) führt das dortige Verschwinden des Segelfalters und diverser Vogelarten auf die damalige, groß angelegte Flurbereinigung zurück: Ihr fielen damals die Schlehengebüsch-reichen Feldhecken und Raine zum Opfer. Auch Sage (1996) konnte in seiner gründlichen Studie über die Schmetterlinge des Inn-Salzach-Gebietes, die den Zeitraum zwischen etwa 1970 und 1996 erfasste, den Segelfalter nicht nachweisen.

Die steilen Hänge des Pinzgauer Saalachtales sind offensichtlich die letzten Habitate des Segelfalters, die von Natur aus geeignete Strukturen auch in Zukunft beibehalten könnten. Allerdings zeichnen sich auch dort Tendenzen des allmählichen Zuwachsens halboffener Teilbereiche, wie sie vom Segelfalter bevorzugt werden, ab. Gerade am Fuß dieser Hänge (Übergangsbereiche) breitet sich z. B. vielerorts dichter Fichtenbewuchs aus. Somit ist unklar, ob diese Hänge ein langfristiges Überleben des Segelfalters gewährleisten können.

Rote Liste Status in Österreich:

Art der Vorwarnliste (Near threatened, NT)

Rote Liste Status in Salzburg:

Stark gefährdet (endangered, EN)

Situation im Salzburger Alpenvorland:

Verschollen

Iphiclides podalirius - Bild: P. Gros

Verbreitung in Salzburg

Aufgrund des feuchten Klimas sind die Bedingungen für den besonders xerothermophilen Segelfalter in unserem Bundesland offensichtlich recht suboptimal: So war diese Art hier immer selten (vgl. Haidenthaler 1929). Der Segelfalter war jedoch im Salzburger Becken und in Tallagen der Kalkalpen ehemals verbreitet, einzelne Meldungen gibt es auch aus dem Alpenvorland. Südlich dieser Gebiete gibt es nur sehr wenige, nicht bestätigte Meldungen, die aus diesem Grund in der Verbreitungskarte mit einer Ausnahme nicht berücksichtigt wurden. Wenn es sich dabei nicht um Verwechselungen mit dem Schwalbenschwanz handelt, wie oft vermutet werden kann, muss man mit derzeitigem Kenntnisstand davon ausgehen, dass wir es mit einzelnen, wandernden Faltern zu tun haben, zumal die wenigen, entsprechenden Meldungen aus dem Spätsommer stammen: Zu diesem Zeitpunkt werden auch in anderen Teilbereichen Europas immer wieder einzelne Tiere bei Mittelstrecken-Wanderungen beobachtet. Dies lässt sich v. a. belegen, wenn einzelne, meist beschädigte Individuen in Gebieten plötzlich auftauchen, wo keine ersichtlichen Larvalhabitate vorhanden sind (pers. Beob.).

Aktuell sind nur wenige Vorkommen im Saalachtal zwischen Saalfelden und Lofer bekannt, wo allerdings auch nur einzelne Nachweise unregelmäßig erfolgen.