Gefährdung

Der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter ist in Salzburg eine typische Art der traditionellen, extensiven Weidewirtschaft. Als Bewohner nährstoffärmster Magerweiden ist er in besonderem Maße durch die allgemeine Intensivierung der Landwirtschaft gefährdet. Die Umwandlung von magerem Weideland in nährstoffreiche Heuwiesen, sowie die Eutrophierung der restlichen Weideflächen durch zu hohe Besatzdichten und durch zusätzliche aktive Düngung, haben zu einem starken Habitatverlust geführt. Die letzten Vorkommen besiedeln meistens noch schlecht erschlossene Weideflächen in Hanglage: Das Bestreben, die Erreichbarkeit solcher Grenzertagsflächen mittels Ausweitung des bestehenden Wegenetzes zu verbessern, führt dazu, dass auch die letzten geeigneten Lebensräume nach und nach der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer fallen. Andererseits haben schwer erreichbare Grenzertragsflächen oft auch unter der völligen Aufgabe der Bewirtschaftung oder Aufforstung zu leiden, wobei potenzielle Habitate auch verloren gehen.

Da die letzten Lebensräume selten und von einer extensiven Bewirtschaftung abhängig sind, kann der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter in Salzburg zu Recht als stark gefährdet angesehen werden. Konkret an die Ansprüche dieser Falterart angepasste Naturschutzverträge müssen dort unbedingt abgeschlossen werden.

Rote Liste Status in Österreich:

Stark gefährdet (Endangered, EN)

Rote Liste Status in Salzburg:

Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered, CR)

Situation im Salzburger Alpenvorland:

Ausgestorben

Pyrgus armoricanus - Bild: P. Gros

Pyrgus armoricanus - Bild: P. Gros

Verbreitung in Salzburg

Sehr lokal in wärmebegünstigten Gebieten Salzburgs vorkommend. Ehemals sehr wahrscheinlich weiter verbreitet, Nachweise dieser Art gibt es aus allen Bezirken des Bundeslandes mit Ausnahme des Lungaus. Der erste Nachweis aus dem Tennengau erfolgte 2001 (Scheffauer Kalkalpen, Gros, pers. Beob.). Aktuelle Fundmeldungen dieser Art gibt es nur noch aus vorwiegend südexponierten Almflächen mittlerer Höhenlagen, dort, wo die intensive Landwirtschaft noch nicht Einzug genommen hat. Bemerkenswerterweise liegt ein Großteil der besiedelten Gebiete in der geologischen Grauwackenzone, sowie im Bereich der sogenannten Werfener Schichten im Übergangsbereich zwischen Kalkalpen und Grauwackenzone. In den tieferen Lagen des Salzburger Beckens (Umgebung der Stadt Salzburg) hat die intensive Landwirtschaft die damaligen Habitate zerstört.