Das Desiderat einer Aufarbeitung der geschichtlichen Ereignisse rund um das Haus der Natur besteht spätestens seit den frühen 1990er Jahren, als die Aktivitäten von Eduard Paul Tratz, Gründer des Museums, während der NS-Zeit erstmals Gegenstand einer kritischen Berichterstattung in Medien und wissenschaftlichen Publikationen wurden. Aus heutiger Perspektive wäre es zweifellos schon damals angebracht gewesen, eine historisch-wissenschaftliche Aufarbeitung in die Wege zu leiten, insbesondere was die 1939 vollzogene Integration des Museums in die SS-Wissenschaftsorganisation „Ahnenerbe“ betrifft. Tatsächlich sollte es aber noch mehr als ein Jahrzehnt dauern, ehe in der Sitzung des Salzburger Gemeinderats vom 7. Februar 2007 von der Salzburger Bürgerliste der Antrag eingebracht wurde, Eduard Paul Tratz angesichts der Rolle, welche dieser im Dritten Reich gespielt habe, die 1963 verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg abzuerkennen.

Aus diesem Gemeinderatsantrag resultierte die Beauftragung des Historikers Robert Hoffmann. Er erstellte ein wissenschaftliches Gutachten zur Rolle von Tratz während des Dritten Reichs, welches in weiterer Folge den Anstoß für das derzeit laufende Projekt gab. Die in der Zeitschrift Zeitgeschichte publizierte Version des Gutachtens kann im digitalen Zeitschriftenarchiv (ANNO) der Österreichischen Nationalbibliothek abgerufen werden oder hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.