Museen verbinden - Erfahrung teilen - Wissen vernetzen

Das Haus der Natur nimmt seit September 2026 am europaweiten Programm Erasmus+ teil. Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Kofinanziert durch die Europäische Union wird den Mitarbeitenden ein Arbeitsaustausch mit anderen Museen in Europa ermöglicht.

Ziel des Projekts
Das Haus der Natur begeistert Menschen für Natur und Wissenschaft, durch interaktive Ausstellungen und vielfältige Bildungsangebote. Für uns als Museum ist es das Ziel Wissen kompakt, aber verständlich für unsere Besuchenden aufzubereiten. Eine große Herausforderung ist dabei dieses Wissen zeitgemäß anzubieten. Dazu ist es unumgänglich, sich zu vernetzen, um aktuell, praxisnah und relevant zu bleiben.

Wir hoffen durch das Erasmus+-Projekt einen regen Austausch mit anderen Institutionen und eine starke europaweite Vernetzung zu erreichen. Durch Dokumentation und die Mitnahme neuer Ideen können Ablaufprozesse, Vermittlungsansätze und zukunftsorientierte Ausstellungskonzepte in unserem Museum angepasst werden, aufbauend auf bewährte Erfahrungen anderer Institutionen. Ziel ist die Weiterentwicklung der Kompetenzen der Mitarbeitenden und somit auch die Verbesserung der Lernerfahrung für unsere Museumsgäste.

 

Erfahrungsberichte unseres Teams

Ausstellungskuratorin Anka in Island
Haus der Natur

1) In welchem Land warst du?
Ich habe Island besucht, eine Insel aus Feuer und Eis.

2) Welche Museen hast du dort besucht?
Während meiner Zeit in Island konnte ich fünf Museen kennenlernen: das Perlan, das Whales of Iceland, das Icelandic Phallological Museum, das Lava Centre und das Eldheimar. Von immersiven Naturerlebnissen über die faszinierende Welt der Wale bis hin zur Geschichte eines verheerenden Vulkanausbruchs bot jedes Museum unterschiedliche Einblicke in die Wissensvermittlung.

3) Warum hast du dir diese Partnermuseen ausgesucht?
Mich interessierte vor allem, wie diese Museen die Themen Vulkanismus, Gletscher, Meeresbiologie und Naturgefahren vermitteln. Besonders neugierig war ich auf die Verbindung von wissenschaftlichen Inhalten, persönlichen Geschichten sowie interaktiven und immersiven Erlebnissen. Ich wollte herausfinden, welche Ideen und Umsetzungen wir für die Neugestaltung der geowissenschaftlichen Ausstellung sowie für weitere Ausstellungen im Haus der Natur nutzen können.

4) Was hast du dort gemacht?
Ich habe die Ausstellungen analysiert, an Führungen teilgenommen, mit Museumsleitungen und Mitarbeitenden gesprochen und den Museumsalltag kennengelernt. Darüber hinaus habe ich Besucherbefragungen durchgeführt, um herauszufinden, welche Angebote besonders gut ankommen und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

5) Was ist dir besonders positiv aufgefallen? Was war dein persönliches Highlight?
Das ist schwierig zu beantworten, da jedes Museum seine spannenden Highlights hatte. Besonders beeindruckt hat mich beispielsweise die immersive „Into the Volcano“-Show im Perlan. Mit einem Film im Kuppelkino, sphärischer Musik sowie Temperatur-, Geräusch- und Bewegungseffekten wird ein Vulkanausbruch zu einem unvergesslichen Erlebnis – und das in nächster Nähe und trotzdem sicher.

Ein ganz anderes, sehr bewegendes Highlight war das Museum Eldheimar. Dort kann man ein Haus sehen und digital erkunden, das 1973 bei einem Vulkanausbruch verschüttet wurde. So erfahren die Besuchenden, wie sehr eine Naturkatastrophe das Leben der Menschen beeinflussen kann.

6) Was hat dich besonders überrascht?
In Island verändert sich die Natur ständig, weshalb die Menschen gelernt haben, flexibel darauf zu reagieren. Dieses dynamische Denken spiegelt sich auch in den Museen wider. Wie konsequent einige von ihnen ihre Ausstellungen weiterentwickeln, hat mich überrascht. Wenn eine Station nicht optimal funktioniert, wird sie angepasst oder umgestellt, selbst wenn sie Teil einer Dauerausstellung ist. Das isländische Motto „We get it done!“ hat mir sehr gefallen.

7) Wie werden dir deine gesammelten Erfahrungen für deine zukünftige Arbeit im Haus der Natur helfen?
Ich nehme viele konkrete Ideen mit: interaktive Stationen, die verschiedene Sinne ansprechen und komplexe Inhalte auf einfache Weise vermitteln, immersive Raumerlebnisse, die das Publikum zum Staunen bringen, kurze Filme mit persönlichen Geschichten, Audioguides sowie neue Möglichkeiten, um Besuchende aktiv einzubeziehen. Ich würde gerne einige dieser Ideen in künftigen Ausstellungsprojekten umsetzen.

8) Beschreibe deinen Aufenthalt in drei Worten.
Stürmisch. Faszinierend. Ideenreich.  

9) Was empfiehlst du anderen, die sich für Erasmus+ interessieren?
Nutzt diese Chance, um neue Erfahrungen zu sammeln! Es ist sehr hilfreich, neue Ideen und Arbeitsweisen kennenzulernen, in andere Kulturen einzutauchen und neue Kontakte zu knüpfen, um den eigenen Horizont zu erweitern.

10) Was möchtest du deinen Partnermuseen abschließend mitteilen?
Vielen Dank, dass ihr mich so herzlich und offen aufgenommen habt! Ich habe die spannenden Gespräche und die vielen Einblicke in eure Arbeit und das Land sehr genossen. Ich hoffe, dass wir den Austausch weiterführen können. Takk fyrir!

Ausstellungsgestalter Marco beim LWL-Museum für Naturkunde in Münster/DE
Haus der Natur

1) In welchem Land warst du?
Mein Aufenthalt fand in Münster in Nordrhein-Westfalen statt.

2) Welches Museum/Welche Museen hast du dort besucht?
Ich war am LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

3) Warum hast du dir dieses Partnermuseum ausgesucht?
Zwischen dem Haus der Natur und dem LWL-Museum für Naturkunde bestanden bereits persönliche Kontakte. Besonders interessant waren für mich die Ausstellungsabteilung, die Arbeitsweise eines größeren Naturkundemuseums sowie der Austausch zu aktuellen Ausstellungsprojekten.

4) Was hast du dort gemacht?
Ich begleitete die Arbeit der Ausstellungsgestaltung, analysierte bestehende Ausstellungen und nahm an Besprechungen teil. Außerdem konnte ich mich in die Entwicklung der geplanten Sonderausstellung „Sound“ einbringen und verschiedene Abteilungen kennenlernen.

5) Was ist dir besonders positiv aufgefallen? Was war dein persönliches Highlight?
Besonders beeindruckt hat mich die offene und kollegiale Zusammenarbeit aller Mitarbeitenden sowie die enge Einbindung verschiedener Fachbereiche. Mein persönliches Highlight war der intensive fachliche Austausch mit meinem Mentor Sebastian Koch und die Möglichkeit, aktiv an laufenden Projekten mitzuwirken.

6) Was hat dich besonders überrascht?
Überrascht hat mich, wie viele teilweise sehr empfindliche Objekte ohne größere Schutzvorrichtungen oder Absperrungen präsentiert wurden. Obwohl viele Exponate frei zugänglich waren, schien dies sehr gut zu funktionieren.

7) Wie werden dir deine gesammelten Erfahrungen für deine zukünftige Arbeit im Haus der Natur helfen?
Ich möchte insbesondere die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, die offene Kommunikation sowie neue Ansätze in den Bereichen Inklusion, Nachhaltigkeit und digitale Vermittlung in zukünftige Projekte einbringen. Die gewonnenen Erfahrungen helfen mir dabei, Ausstellungen noch ganzheitlicher und besucherorientierter zu planen.

8) Beschreibe deinen Aufenthalt in drei Worten.
Inspirierend, lehrreich, kollegial

9) Was empfiehlst du anderen, die sich für Erasmus+ interessieren?
Ich kann eine Teilnahme nur empfehlen. Die Möglichkeit, neue Arbeitsweisen kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und berufliche Netzwerke aufzubauen, ist eine große Bereicherung für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung.

10) Was möchtest du deinem Partnermuseum abschließend noch mitteilen?
Ich möchte mich herzlich beim gesamten Team des LWL-Museums für Naturkunde, insbesondere bei Sebastian Koch, für die offene Aufnahme, die Unterstützung und den wertvollen fachlichen Austausch bedanken. Ich freue mich auf einen zukünftigen Kontakt und eine weiterhin enge Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Institutionen.

Das Projekt wird von der Europäischen Union mitfinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.