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Wale - Riesen der Meere

12. Jun 2014 - 28. Mär 2016

Sonderausstellung im Haus der Natur: Wale - Riesen der Meere
Verlängert bis Ostern 2016: Wale - Riesen der Meere

Laufzeit verlängert bis Ostern 2016!

Wale sind die Riesen der Meere und wahre Rekordhalter. Ein Blauwal wird so lang wie drei Autobusse, Orcas schwimmen bis zu 55 km/h schnell und ein Pottwal taucht in Tiefen bis 3.000 Meter. Das Haus der Natur widmet den Walen nun eine Sonderausstellung, die auf vielfältige Weise von ihrer Lebenswelt erzählt. Lebensechte Walmodelle, Originalskelette, interaktive Stationen sowie beeindruckendes Filmmaterial illustrieren die Lebensweise, Anatomie, Evolution aber auch die aktuelle Bedrohung dieser einzigartigen Lebewesen.

Ein Herz wie ein Kleinwagen
Herzklopfen verursacht das lebensgroße Modell eines Blauwalherzens. Der riesige Muskel hat die Größe eines Kleinwagens und wiegt bis zu einer Tonne. Pro Schlag pumpt er bis zu 5.000 Liter Blut durch den gewaltigen Walkörper. Das 300 Kilogramm schwere Modell aus Fiberglas wurde von einer Modellbaufirma in Neuseeland angefertigt. Und die Besonderheit daran: Man kann durch die Blutgefäße in das Innere des Herzens krabbeln und dort dem Herzschlag des Blauwals lauschen.

Urwale auf vier Füßen
Die nächsten Verwandten der Wale, die heute noch leben, sind die Flusspferde. Verblüffend? Tatsächlich ist die Evolution der Wale äußert interessant: Vor 50 Millionen Jahren begannen kleine, landlebende Huftiere sich erneut an ein Leben im Wasser anzupassen. Über die Jahrmillionen wurden ihre Körper stromlinienförmiger, die Hinterbeine und das Becken bildeten sich zurück. Die Vorderbeine formten sich zu Flossen, den sogenannten Flippern um. Die mächtige Schwanzflosse, die Fluke, wurde zum Antriebsorgan und die Nasenlöcher verlagerten sich auf den Scheitel und wurden zum Blasloch.
Anhand des Originalskeletts eines Finnwals kann man diese anatomischen Anpassungen genau betrachten. Das 14 Meter lange Skelett stammt von einem Finnwal, der sich vor 116 Jahren in die Ostsee verirrte und dort großes Aufsehen erregte. Überall wo er auftauchte wurde das „Meeresungeheuer“ gejagt bis er total entkräftet war und tot an der Odermündung im heutigen Polen angeschwemmt wurde. Sein Skelett war bis 1925 im „Hotel zum Walfisch“ in Cammin zu besichtigen, später gelangte es ins Meeresmuseum nach Stralsund, von wo diese Leihgabe nun stammt.

Größer, schneller, klüger: Wale brechen viele Rekorde
So ist etwa der Blauwal das größte Tier der Erde. Durch seine Hauptschlagader könnte ein Mensch hindurch schwimmen, in die Lunge strömt mit jedem Atemzug so viel Luft, wie in 750 Luftballons hineinpasst. Die viel kleineren Delfine sorgen mit ihrer Intelligenz für Erstaunen. Sie kommunizieren auf komplexe Weise bei der gemeinsamen Fischjagd. Orcas schwimmen bis zu 55 km/h schnell und sind ebenso kluge Jäger: Sie schubsen Robben und Pinguine mit Wellen ganz gezielt von Eisschollen.
Blauwale geben sehr tiefe Töne von sich, die wohl die lautesten im Tierreich darstellen. Dieser Infraschall trägt extrem weit, man vermutet, dass sich die Tiere über ganze Ozeane hinweg unterhalten können. Pottwale tauchen bis zu 3.000 Meter tief, das schafft kein anderes Säugetier. Dazu speichern sie Sauerstoff in Blut und Muskeln und der Blubber, eine dicke Fettschicht in der Haut, schützt sie vor der großen Kälte.

Die Welt der Wale ist bedroht!
Die Jagd auf Wale hat eine lange Geschichte. Schon zur Steinzeit wurden Wale erlegt, im Mittelalter wurde der Walfang intensiviert und auf alle Weltmeere ausgedehnt. Besonders das Walfett wurde ein begehrter Rohstoff der Weltwirtschaft, seine Bedeutung kam der heutigen Bedeutung von Erdöl gleich. Nach weltweiten Protesten wurde in den 1980er Jahren der Walfang weitestgehend ausgesetzt: ein Moratorium dem Japan und Norwegen jedoch nicht beigetreten sind.
Gegenwärtig stellen indirekte Bedrohungen wie Lebensraumzerstörung und Fischfang die größte Gefahr für Wale dar. Zahllose Wale sterben als Beifang in den Netzen der Fischerei oder an den Folgen der Verschmutzung der Meere. Darüber hinaus werden Wale durch den zunehmenden Lärm in den Meeren gestört. All das hat manche Walarten an den Rand des Aussterbens gebracht, von einigen Arten gibt es wohl nur noch wenige hundert Tiere. Schützen wir den Lebensraum Meer nicht, werden sie bald nur noch in Museen zu bewundern sein.

Eine Ausstellung aus dem LWL-Museum für Naturkunde, Münster

Laufzeit: 12. Juni 2014 bis 27. März 2016

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